Sibylle Berg auf der republica 03.05.18

Sibylle Berg auf der republica 03.05.18

21.04.2018∙

 

Die Fakten sind dank massiver Arbeit von AktivistInnen, JournalistInnen und WissenschaftlerInnen inzwischen einem Teil der Bevölkerung bekannt:

Das Internet ist kaputt. Gesetze, die sich nicht mit dem Menschenrecht auf Privatsphäre und Informationsfreiheit vereinbaren lassen, werden wegen der “Terrorgefahr“ in seltsamer Geschwindigkeit und ohne Diskussion von den Regierungen der freien Welt verabschiedet. Biometrische Erfassung, Verwanzung von Geräten mittels Staatstrojaner und der Vorratsdatenspeicherung der gesamten Bevölkerung in unvorstellbaren Tera-, Peta- und Exabytemassen.

Das ist gut gegen die Angst–oder auch für die Errichtung eines digitalen Totalitarismus. Wir geben unsere Privatsphäre auf. Teilweise freiwillig mit Biotrackern, Ausscheidungsanalysetools, smartem Spielzeug, teils weil man meint, sich nicht wehren zu können gegen das große “die da Oben“.

Egal welche Regierung gerade mit welcher Mehrheit regiert, sie alle folgen dem Leitbild eines gesunden, technokratischen Neoliberalismus. Der transparente Bürger ist hervorragend zu kontrollieren. Aufkommende Unruhen können verhindert und unliebsame Unruhestifter aus dem Verkehr gezogen werden.


Das Restnetz erledigen Cyber-Verbrecher, die nachgewiesenermassen ausschließlich (!) aus Russland kommen, Hoodies tragen und virtuelle Kriege gegen ihre Rechner und Daten führen.

 

Es gibt drei Möglichkeiten dieser beunruhigenden Entwicklung zu begegnen. Die Wahrscheinlichste ist: Die Bevölkerung gewöhnt sich an die Kontrolle, die man kaum spürt und die so viele Erleichterungen mit sich bringt. Die Ersparnisse bei Kassenprämien, wenn man seine Gesundheitsdaten ordentlich übermittelt, die guten Kredite bei ordentlichem Benehmen, das Zahlen per Gesicht, die Abschaffung von Bargeld. Hat ja auch schöne Momente!

Der zweite Ansatz ist: Alle Geräte entsorgen, zurück zur Schreibmaschine, der Bücherei. Die Umsiedlung in eine Höhle in Gomera.

Die Dritte Möglichkeit ist: Die digitale Selbstverteidigung.

Die ist unter Einhaltung bestimmter Verhaltensmassregeln und durch Einsatz einfach zu nutzender Werkzeuge möglich. Die ersten Ansätze für den automatischen Schutz der Privatsphäre und der Informationsfreiheit, präsentieren heute die Aktivisten der p≡p coop – die Genossenschafter von pretty Easy privacy.

 

https://re-publica.com/de/news/passend-pop-supergroup-1-11-hoefliche-ve…

https://18.re-publica.com/de/user/15975